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Wenn Erfolg sich nicht sicher anfühlt. Über Selbstzweifel, gefühlte Inkompetenz und alte Prägungen

  • 5. Feb.
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 21. Feb.



Manchmal läuft alles nach außen gut – und trotzdem bleibt dieses leise Ziehen im Inneren. Du erledigst Aufgaben, übernimmst Verantwortung, bekommst Anerkennung – und trotzdem meldet sich die Stimme: „Ich traue mir das nicht zu. Mein Erfolg ist nur Glück oder Zufall. Irgendwann werden sie merken, dass ich hier nicht hingehöre.“



Viele Frauen kennen dieses Gefühl, das oft als Imposter-Syndrom oder Hochstapler-Syndrom beschrieben wird. Es ist diese inneren Zweifel an den eigenen Fähigkeiten und die Angst, als Betrügerin entlarvt zu werden. Aber egal, wie wir es nennen – das, was wir spüren, ist real.


Diese Zweifel sind keine Schwäche, die nur in uns einzelnen steckt. Sie reichen weiter zurück, durch Generationen von Frauen, die in einer Welt voller patriarchaler Regeln überleben mussten. Der Begriff selbst entstand 1978, als die Psychologinnen Pauline Clance und Suzanne Imes das Phänomen bei erfolgreichen Frauen beobachteten. Doch sie sahen damals vor allem das Individuum, nicht die Strukturen dahinter.


Denn dieses Gefühl kommt nicht aus dem Nichts. Schon unsere Vorfahrinnen mussten vorsichtig sein. In einer Welt, in der Frauen weniger Rechte hatten, Familien versorgen mussten und oft unsichtbar blieben, war es riskant, sich zu zeigen. Anpassung, Freundlichkeit und Zurückhaltung waren ihre Schutzmechanismen. Sie boten Sicherheit in einer unruhigen Umgebung. Diese Erfahrungen wirken bis heute nach.



Selbstzweifel, die leise bleiben

Diese Zweifel zeigen sich oft leise, fast wie ein Flüstern in uns. Wir feiern Erfolge nicht richtig, sondern schieben sie schnell auf Glück oder Zufall. Lob fühlt sich nicht wie Anerkennung an, sondern eher wie ein Missverständnis. Aufgaben planen wir besonders sorgfältig oder schieben sie hinaus, aus Angst, etwas falsch zu machen. Immer wieder hinterfragen wir uns selbst und zweifeln an jedem Schritt.


Beispiel: Vielleicht bereitest du eine Präsentation vor, kontrollierst alles fünfmal und verschiebst den Termin immer wieder, weil du Angst hast, nicht gut genug zu sein. Ich habe früher häufig gedacht, wenn ich Lob oder Anerkennung für meine Arbeit erhielt: „Das war Zufall, ich hatte Glück.“



Sichtbarkeit als Herausforderung

Es ist nicht die Arbeit selbst, die uns schwerfällt. Es ist das Gesehenwerden. Ein Moment, in dem alles auf uns gerichtet ist und die leise innere Stimme sagt: „Jetzt lieber vorsichtig bleiben.“

Hier zeigt sich oft das Imposter-Syndrom: Wir fühlen uns oft unsicher, auch wenn wir genau wissen, dass wir etwas können. Diese leise Angst, nicht genug zu sein, begleitet uns bei vielen kleinen Entscheidungen. Erfolg fühlt sich wie Glück an, nie wie Selbstverständlichkeit. Es fühlt sich an, als müsste man aufpassen, sich richtig zeigen und gleichzeitig alles richtig machen. Als wäre Erfolg für uns nicht selbstverständlich.


Beispiel: Du hast eine Idee, die dir wichtig ist, und trotzdem hältst du inne, weil du Angst hast, dass sie nicht gut genug ist.



Alte Prägungen wirken weiter

Nicht alles, was wir fühlen, gehört nur uns. Viele Zweifel und inneren Stimmen stammen aus unseren Familienlinien: von Frauen, die gelernt haben, sich anzupassen, nicht aufzufallen und Sicherheit über Freiheit zu stellen. Diese Erfahrungen wirken still in uns, wie leise Schatten, lange bevor wir selbst geboren wurden. Unser Gefühl, dass Erfolg unsicher ist, ist oft ein Echo dieser alten Prägungen. Die ständige Selbstkritik, die Abwertung eigener Leistungen, der Perfektionismus und die Angst, nicht genug zu sein – all das ist wie eine vertraute Begleiterin, die wir manchmal spüren, ohne dass sie sichtbar ist.



Ahnenarbeit: den Frieden finden

Ahnenarbeit bietet einen Weg, diese leisen Stimmen und inneren Zweifel bewusst wahrzunehmen, ohne sie zu bewerten. Es geht nicht darum, etwas erzwingen zu müssen, sondern zu verstehen, warum wir uns auf bestimmte Weise fühlen. Welche Prägungen aus unserer Familiengeschichte, welche aus gesellschaftlichen Strukturen stammen.

Durch Ahnenarbeit können wir alte Muster in Frieden bringen, belastende Stimmen auflösen und Raum für Sicherheit und Selbstvertrauen schaffen. Schritt für Schritt dürfen wir uns zeigen, ohne Angst, und erkennen, dass unser Erfolg verdient und echt ist.


Beispiel: Du erkennst, dass die Angst vor Fehlern ein Muster deiner Urgroßmutter war. Du atmest, nimmst es bewusst wahr und lässt es los. Langsam spürst du Leichtigkeit, dein Handeln fühlt sich stimmiger und sicherer an.



Den eigenen Weg Schritt für Schritt spüren

Es geht nicht darum, die Selbstzweifel einfach wegzuschieben. Es geht darum, sie zu spüren, anzunehmen und Schritt für Schritt zu verstehen, woher sie kommen. Wenn wir fühlen, welche Stimmen von unseren Ahninnen und aus der Gesellschaft in uns wirken, verlieren sie ihre Macht.


Ahnenarbeit kann uns dabei begleiten: Wir spüren wieder festen Boden unter den Füßen, bringen alte Prägungen in Frieden und merken, dass Erfolg leicht sein darf – ohne dass wir ihn erzwingen müssen.

 

Herzlichst

Andrea

 
 
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